„We are not from the same country, but we have the same Spirit”

Von Anne Decker und Conny Meyne von der Fachstelle IJA der Stadt Wiesbaden

„We are not from the same country, but we have the same spirit“, so fasst Katherine, eine Teilnehmerin der Jugendbegegnung „One Pilot“ treffend zusammen. Jugendliche aus fünf Ländern, nämlich Griechenland, Ukraine, Frankreich (genauer gesagt Bordeaux, welches zu der Novelle-Aquitaine gehört. Dies ist eine Partnerregion von Hessen), Lettland und Deutschland, haben acht Tage im September 2021 gemeinsam auf dem Naturzeltplatz in Wiesbaden verbracht und einander kennen gelernt. Eigentlich sollten es noch mehr Jugendliche sein: Ursprünglich war das mehrjährige Projekt „One“ mit acht Partner*innen geplant worden. Alle acht Partnerorganisationen haben schon im Frühjahr 2019 an einem Fachkräftetraining teilgenommen und gemeinsam ein Grundkonzept für multinationale Jugendbegegnungen erarbeitet, was wiederum nun als Pilot erprobt werden und anschließend in den jeweiligen Ländern dupliziert werden sollte. Koordinierende Organisation der Begegnung in Wiesbaden war arco e.V., die bereits die zweite multinationale Jugendbegegnung in diesem Jahr trotz Corona durchführen konnten.

Die geplante Pilotbegegnung „One Pilot“ musste aufgrund der Corona Pandemie fast zwei Jahre lang immer wieder verschoben werden. „Krass, dass die vier Organisationen jetzt da sind. Das ist fast krasser, als dass die anderen nicht da sind.“, sagte Matthias von der Organisation arco e.V.. Unter Coronabedingungen eine Jugendbegegnung zu planen, durchzuführen sowie daran teilzunehmen, erfordert Mut, Spontanität, Flexibilität, Durchhaltevermögen und auch ein gewisses Maß an Glück. Schließlich können die besten Hygienekonzepte nichts gegen sich plötzlich verändernde Einreisebestimmungen und Inzidenzen in den jeweiligen Ländern tun. Umso schöner, dass so viele Partner*innen ihre Reise antreten konnten. „It´s refreshing to see people again”, so beschrieb es Ophélie von der Partnerorganisation Contrôle-Z aus Frankreich. Dass die Begegnung stattfinden konnte, bringt ein Stück weit Normalität in den von Corona geprägten Alltag der Teilnehmenden.

Mit den Organisationen, die nicht anreisen konnten, ist ein weiteres Projekt „One Germany“ in Planung. Teilweise konnten auch in den Partnerländern schon Drittmittel eingeworben werden und Begegnungen geplant werden.

Zwar konnte nicht alles stattfinden, aber die Teilnehmenden erwartete eine Woche volles Programm: Im Filmworkshop wurden die Impressionen im Camp eingefangen und so kann jede*r wer mag, das Camp auch rückblickend miterleben. Die Videos werden auf der Webseite von arco (www.arco-wiesbaden.de) zeitnah veröffentlicht Jojo, der als Teamer für den Video-Workshop aus Frankreich anreiste, ist nämlich überzeugt davon, dass die Jugendlichen am meisten mitnehmen und Spaß daran haben gemeinsam etwas zu gestalten, was sie im Anschluss auch zeigen können. Im Zirkus-Workshop waren vor allem Jonglage und Luftring beliebte Elemente. Der Luftring schwebte über dem Boden, sicher befestigt in der Eiche. Zertifiziert diesen Kurs durchzuführen ist Robin von arco e.V. Der Zeichenworkshop hatte sich schnell verselbständigt. Unter den Pavillons auf dem Platz zeichneten und malten die Jugendlichen, wann immer sie Lust darauf hatten. An der Choreografie für den Flashmop am Parking Day – „Oasen statt Straßen“-  wurde noch bis zuletzt gefeilt. Das „One Festival“, die als Party geplante Abschlussshow der Workshops in der Fußgängerzone Wiesbadens, fand als kleines Fest auf dem Zeltplatz statt.

Dass der Empfang der Stadt Wiesbaden durch den Sozialdezernenten Christoph Manjura und der Fachstelle Wiesbaden International am 17.09.21 auf dem Jugendnaturzeltplatz und nicht, wie sonst gewöhnlich bei den Empfängen internationaler Gäste, im Festsaal des Rathauses stattgefunden hat, hat der Stimmung keinen Abbruch getan: “Amazing describes everything: new people, new experience. I am so happy“, sagt Marcia Tetiana vom Zeichenworkshop. Ance und Elina aus Lettland beschrieben die Begegnung so: “This Trip is a big experience, opens our Horizons. When we are leaving our comfort Zones, it expand our minds”. Elina ergänzt: “But it´s cold!”

Allabendliche Lagerfeuer wärmten vor für die doch eher kühlen Nächte. Zelten war für viele „ein erstes Mal“ und ein wirkliches Abenteuer, was so gar nicht beabsichtigt war. Bei den Überlegungen, wie die Begegnung unter den aktuellen Pandemiebedingungen möglich sein konnte, fiel die Wahl schnell auf Camping: in überwiegend Einzelzelten in den jeweiligen Ländergruppen mit genug Abstand und frischer Luft. Zur Erhöhung der Sicherheit trug auch bei, dass ein Großteil Jugendlichen zum Begegnungszeitraum bereits geimpft war.

Und der Jugendnaturzeltplatz, der vom Stadtjugendring Wiesbaden betrieben wird, erfüllte mit seiner unglaublich schönen Lage, dem alten Baumbestand, den großen Rasenflächen und seiner Ausstattung alle Voraussetzungen, dass die Gruppen sich wohlfühlen konnten.