Blogbeitrag geschrieben von Kseniia Bezuhla, Internationale Freiwillige bei arco e.V.

Letzten Juni veranstaltet arco e.V. das erste internationale Projekt seit 15 Monaten in Wiesbaden! Wir sind sehr glücklich und stolz darauf, dass das Projekt trotz aller Herausforderungen zustande gekommen ist. Es heißt Metropolis und konzentrierte sich auf urbane Erkundungen.

Metropolis ist ein regelmäßiges Projekt von arco. Die Jahre zuvor hatte die Begegnung im Stadtzentrum Wiesbaden stattgefunden. Dieses Mal aber mussten wir Anpassungen vornehmen, um die Corona Auflagen einzuhalten. Deswegen haben wir die Teilnehmer*innen auf dem Naturzeltplatz versammelt, wo sie in Zelten gewohnt und auch an Workshops teilgenommen haben.

Also, wie es war auf dem Metropolis Campingplatz?

Wir haben rund 50 Teilnehmende aus fünf verschiedenen Ländern empfangen! Georgien, Spanien, Rumänien, Polen, und natürlich Deutschland. Wir haben auch die Ukraine und Türkei erwartet, aber leider konnten sie es nicht schaffen wegen derzeitigen Corona-Einschränkungen.

An den ersten Tagen hat es junge Hunde geregnet. Aber wir wussten, dass sonnige Tage kommen würden. So haben wir unser internationales Miteinander genossen und einander kennengelernt. Wir haben ein Board mit den Profilen der Teilnehmer*innen erstellt und Andere konnten dort Nachrichten hinterlassen. Außerdem hatte jede Person zwei geheime Freunde, zu denen sie besonders nett sein mussten. Am Ende versuchten alle zu erraten, wer ihre geheimen Freunde waren.

Mitten im Projekt haben wir den interkulturellen Abend gefeiert. Die Teilnehmer*innen haben ihre lokalen Traditionen vorgestellt. Wir lernten typische Bewegungen des rumänischen Volkstanzes, der spanischen Macarena und des georgischen Nationalballetts; sahen uns eine informative Präsentation über Polen an und krümmten uns vor Lachen bei der Aufführung „Ich und mein Holz“ der deutschen Gruppe.

Tag Drei war der Startschuss für unsere Workshop-Phase. Parkour, Urbaner Gartenbau, Theater, oder Cartoon? Jugendliche wählten einen Workshop nach ihrem Geschmack und die kreative Synergie begann.

Jeder Workshop ermutigte die Teilnehmer kreative Wege der Selbstdarstellung und Interaktion zu suchen.

Unsere Cartoon Künstler reflektierten über wichtige Themen, die sie beschäftigten. Dazu gehörten Vielfalt und Selbstidentifikation.

Beim Parkour, verschoben die Teilnehmenden die Grenzen ihrer Fähigkeiten. Die Tricks, die am Anfang unmöglich schienen, gehorchten ihnen am Ende.

Unsere Schauspieler*innen haben ihr Drama-Chakra geöffnet und eine Synergie von Bewegung und Schauspielerei entwickelt.

Die Gärtner*innen haben eine kleine Oase in Töpfe gebaut. Diese bestand nicht nur aus Pflanzen, sondern auch aus Tonskulpturen, die durch eine Geschichte verbunden wurden.

Trotzdem können wir nicht die Corona Umstände vergessen, unter denen das Projekt stattfand. Jeden zweiten Tag wurden alle getestet und Masken getragen. Auch haben wir versucht Kontakte mit der Außenwelt zu reduzieren. Aber leider hatten wir einen Corona Vorfall am Ende, was unsere Pläne erstmal auf dem Haufen geworfen hatte.

Die ganze spanische Gruppe wurde isoliert. Natürlich haben alle Anderen auch Abstand gehalten. Selbstverständlich war die Stimmung zunächst auf einem Tiefpunkt. Aber das war auch eine wichtige Lektion zu lernen. Wie können wir einander unterstützen, vernünftig bleiben und uns um uns selbst als auch um die anderen kümmern?

Wir haben neue Wege der Kommunikation gefunden. Wir haben Briefe geschrieben. Es gab ein lokalen Briefträger, der Nachrichten und Geschenke zwischen Gruppen weitergegeben hat. Wenn wir uns in der Ferne sahen, schickten wir uns Luftküsse und Umarmungen.

Mit Abstand und Maskenpflicht aber haben wir es geschafft, eine Präsentation der Workshop-Ergebnisse zu machen. Wir staunten über Parkour-Tricks, streiften durch einen Zaubergarten, besuchten eine Cartoon-Ausstellung und sahen uns ein Theaterstück an.

Insgesamt kann ich sagen, dass Metropolis ein erfolgreiches Projekt war. Die Corona Situation konnte den Gesamteindruck des Projekts nicht trüben. Aber nimm mich nicht beim Wort. Mal sehen, was die Teilnehmenden selbst über ihre Erfahrungen sagen.

Mariam, 17, die Teilnehmerin aus Georgien: “Das war ein sehr schönes Gefühl, mit euch allen zusammen zu sein. Mit jeden Tag hat mir gezeigt, wie glücklich ich war. Ich habe gelernt, wie man auf einem Campingplatz im Zelt überleben kann, hehe =) Auch hat es mich gefreut mich mit Anderen zu unterhalten, Gefühle und Interessen zu teilen, und sie glücklich zu machen. Ich war fasziniert zu beobachten, wie alle versuchten einander besser kennenzulernen.

Der internationale Abend hat mir viel Spaß gemacht, weil es wichtig für mich war, meine Kultur mit Anderen zu teilen. Es war sehr schön, als ich für alle meinen Lazuri Tanz getanzt habe und die Anderen für mich geklatscht haben.

Ich bin dem Projekt für die Möglichkeit dankbar, neue Leute aus anderen Ländern zu treffen. Ich muss mich auch bei meinen Eltern bedanken, die mir erlaubt haben, diese wunderbare Erfahrung zu erleben. Diese Erinnerungen werden immer bei mir bleiben. Ich liebe euch alle und hoffe euch wieder zu sehen.’’

Laura, 17, die Spanische Teilnehmerin: “Was mir am besten gefallen hat, war, neue Leute aus anderen Ländern, ihre Kulturen und Sprache kennenzulernen. Ich hatte nicht so eine gute Stimmung erwartet, weil ich dachte es würde durch Corona angespannter sein. Das Wertvollste, was ich von dieser Reise mitgenommen habe, sind die Freunde, die ich gewonnen habe und auch meine verbesserten Englischkenntnisse. Es ist toll, dass das Projekt uns diese Möglichkeit gegeben hat, ins Ausland zu gehen und neue Dinge zu tun.”

Aicha, 15, die Deutsche Teilnehmerin: “Mir haben die Leute gefallen. Neu für mich war das man viel auf Englisch redet aber das war eine gute Übung für mich. Gemeinsame Gruppenspiele waren super!”

Teodora, 16, die Rumänische Teilnehmerin: “Ich kann mich noch genau an jeden Moment erinnern, den wir bei arco verbracht haben, die Energie, die Menschen, die Familie, die wir nach nur einer Woche zusammen gegründet haben! Um ehrlich zu sein, vermisse ich diese Erfahrung immer noch und ich kann sagen, dass sie wirklich mein Leben verändert hat. Ich wurde sehr anpassungsfähig, vor allem, weil ich in einem Zelt geschlafen habe, was ich noch nie zuvor getan habe und ich plane, es jetzt wieder zu tun. Es war aus vielen Gründen eine außergewöhnliche Erfahrung: Ich habe mich an neue Bedingungen gewöhnt, ich habe sehr unterschiedliche Menschen kennengelernt und mich auf einzigartige Aktivitäten eingelassen. Diese Aktivitäten haben meine Kreativität zum Vorschein gebracht.

Ich habe einige engagierte Menschen getroffen, die ich gerne so schnell wie möglich wieder treffen würde!

Ich kann sagen, dass das Beste bei arco definitiv die Menschen sind: liebevolle, freundliche, engagierte und fleißige Menschen, die meine Erfahrung einzigartig gemacht haben. Das Organisationsteam und die anderen Teilnehmer waren so vielfältig und aufgeschlossen, dass ich meinen Horizont wirklich erweitern und die Dinge nach meiner Rückkehr anders wahrnehmen konnte.”