Mädchen*reise nach Ameland
Eine Woche voller Abenteuer, neuer Erfahrungen, Sonne, Strand, Fahrradtouren und ganz viel Gemeinschaft: 19 Mädchen* und junge Frauen* aus Wiesbaden haben sich gemeinsam auf den Weg nach Ameland gemacht. Die niederländische Nordseeinsel wurde dabei für eine Woche zu ihrem Zuhause – und zu einem Ort, an dem sie Neues ausprobieren, eigene Stärken entdecken und jede Menge erleben konnten.
Mit dabei waren Mädchen* im Alter von 12 bis 18 Jahren aus den Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentren Biebrich, Gräselberg und Reduit.
Ziel der Reise war es, Mädchen* und junge Frauen* in ihrer Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit zu stärken, ihnen internationale Erfahrungen zu ermöglichen und Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsame Erlebnisse zu schaffen. Dabei verband die Reise die Ansätze der feministischen Mädchen*arbeit mit politischer und interkultureller Bildung, Naturerfahrung und ganz viel gemeinsamer Freizeit.
Schon bei der Ankunft war klar: Hier gibt es viel zu entdecken!
Nach dem Kennenlernen morgens ging es direkt raus: Fahrräder wurden zu unserem wichtigsten Fortbewegungsmittel. Durch die flache Landschaft der Insel konnten die Mädchen* die Umgebung auf eigene Faust erkunden und dabei erleben, wie gut es tut, gemeinsam unterwegs zu sein.
„Fahrrad fahren in der Natur ist so schön“, lautete später eines der begeisterten Fazits.
Auch die Orte Hollum, Ballum und Nes wurden erkundet. Es gab Zeit zum Bummeln, Eisessen und Entdecken – natürlich durfte auch das obligatorische Kiwi-Eis, Pizza und Poffertjes nicht fehlen. 😉
Wattenmeer, Robben und Sonnenuntergänge
Ein besonderes Highlight war die intensive Naturerfahrung auf Ameland. Bei einer Wattwanderung hieß es: Hose hoch und ab ins Watt! Dabei wurde nicht nur viel über das einzigartige Ökosystem gelernt, sondern auch ganz praktisch erfahren, „wie Watt sich anfühlt“.
Bei einem Picknick am Wattmeer, Fahrradtouren durch die Natur und einem Ausflug zu den Robbenbänken konnten die Mädchen* die besondere Landschaft der Insel erleben.
Und dann war da natürlich noch der Strand. Schwimmen, Volleyball spielen, chillen, gemeinsam ins Wasser gehen oder einfach den Sonnenuntergang anschauen – die Strandzeit gehörte für viele zu den schönsten Momenten der Reise: „Das Wattenmeer, der Abend am Strand, Sonnenuntergang, Volleyball und ins Wasser gehen während Sonnenuntergang.“
Einfach alles? Für einige war die Antwort auf die Frage nach dem schönsten Erlebnis tatsächlich: „Alles.“
Neben all den gemeinsamen Erlebnissen gab es auch Raum für persönliche Themen. Bei kreativen Spielen und Gesprächen in großer Runde, aber auch kleinen Grüppchen konnten die Mädchen* sich mit ihren eigenen Fähigkeiten beschäftigen und entdecken, was sie selbst ausmacht. Auch ging es darum, eigene Wünsche und Bedürfnisse sichtbar zu machen: Was ist mir wichtig? Was brauche ich? Wie möchte ich meine Zeit gestalten? Was kann ich selbst dazu beitragen, dass meine Wünsche Realität werden? Und wie soll unser letzter Tag auf Ameland aussehen? Damit wurde die Reise auch zu einem Ort, an dem die Mädchen* ihre eigenen Perspektiven einbringen, Entscheidungen mitgestalten, Verantwortung übernehmen und erleben konnten, dass ihre Stimmen zählen.
Eine Mädchen*reise bedeutet nicht, jede Minute gemeinsam zu verbringen. Ein wichtiger Bestandteil war deshalb auch der Freiraum: Zeit für die Gruppe, Zeit für sich selbst und Zeit, die Insel in eigenem Tempo zu entdecken. Eine Teilnehmerin brachte es so auf den Punkt: „Ich hatte viel Spaß bei dieser Freizeit und bin dankbar für den Freiraum, der uns gegeben wurde. Wir wurden gut versorgt und das Programm war wirklich schön.“
Natürlich wurde nicht nur entdeckt und diskutiert – sondern auch ordentlich gelebt!
Gemeinsam wurden Burger, Kumpir, Nudeln mit Tomatensoße und Salate zubereitet und gegrillt. Dazu kamen kreative Spiele, ein Spieletag am Haus und jede Menge gemeinsames Lachen. Und wer nach so viel Aktivität noch Energie hatte, konnte den Tag am Strand ausklingen lassen. Es entstanden neue Freundinnen*schaften, gemeinsame Erlebnisse und jede Menge Erinnerungen.
Die Reise hat gezeigt, wie vielfältig feministische Mädchenarbeit sein kann: Sie schafft Räume, in denen Mädchen* und junge Frauen* Neues ausprobieren, sich selbst erleben, Gemeinschaft erfahren und ihre eigenen Stärken entdecken können. Dabei ging es um weit mehr als eine schöne Woche am Meer. Es ging um Selbstvertrauen, Selbstständigkeit, gegenseitige Unterstützung, Teilhabe und das Erleben von Selbstwirksamkeit.
Und das Fazit der Mädchen?
„Ich würde LIEBEND GERNEEEEEE nochmal auf so eine Reise.“
Und bis dahin bleibt Ameland: eine Woche voller Meer, Watt, Fahrräder, Eis, Sonnenuntergänge, neuer Freundschaften – und jede Menge Mädchen*power.
Mädchen*freizeiten sind richtig toll!
Text: Katharina Steiner (STZ Gräselberg), Benjola Kapllani (Juz Biebrich), Michelle Paulus (KiJuz Reduit)



