Erzähl‘ mir von Europa

„Bei Europa denke ich immer an Politik. Aber hier ging es um echte Menschen.“ – Museumsbesuch im sam mit Jugendgruppen
Zum Abschluss der Ausstellung lädt das sam am Sonntag, 31. Mai, von 15 bis 17 Uhr zur Finissage ein. Um 15 Uhr führt Fotograf und Kurator Maximilian Gödecke persönlich durch die Ausstellung und gibt Einblicke in die Entstehung seiner Arbeit und die Begegnungen mit Europazeuginnen und Europazeugen aus verschiedenen Ländern. Im Anschluss klingt die Finissage bei Gesprächen und einem Glas Sekt aus.

„Bei Europa denke ich immer an Politik. Aber hier ging es um echte Menschen.“ (Teilnehmer einer Führung für Jugendliche) – Die Jungen-AG des Jugendzentrum Biebrich besuchte die Wanderausstellung im Stadtmuseum.

Beim Rundgang durch die Ausstellung blieben viele Jugendliche immer wieder vor den großformatigen Portraitfotografien des Berliner Fotografen und Kurators Maximilian Gödecke stehen. Die Bilder zeigen Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern – verbunden mit persönlichen Erinnerungen, Erfahrungen und Gedanken zu Europa.

Museumspädagogin Lisa Sommer führte die Jugendlichen offen durch die Ausstellung und ließ immer wieder Raum für Gespräche und eigene Eindrücke. Die persönlichen Geschichten hinter den Bildern aus verschiedenen europäischen Ländern sorgten für spannende Rückfragen. Viele der porträtierten Menschen erzählten von Krieg, politischen Veränderungen oder davon, wie sich Europa und ihr eigenes Leben über die Jahre verändert haben. Für die Jugendlichen wurde greifbar, dass Frieden, Demokratie und ein vereintes Europa keine Selbstverständlichkeit sind.

„Man merkt erst durch die Geschichten, wie viel dafür passieren musste. Und wie wichtig das für viele Menschen ist.“ fasste ein Teilnehmer der Jungen-AG aus dem Jugendzentrum Biebrich seine Eindrücke zusammen. Die Portraits der alten Menschen haben viel mit dem Leben der Jugendlichen heute zu tun. Die Gespräche drehten sich schnell um aktuelle Themen wie Nationalismus, Rechtspopulismus oder Trump und ICE.

Auch die Hörstationen, an denen Stimmen und Erinnerungen aus verschiedenen Ländern zu hören waren, machten Eindruck. Die Ausstellung wirkte nicht wie Geschichtsunterricht, sondern eher wie eine Sammlung persönlicher Erfahrungen.

Genau das machte den Besuch spannend: Die Ausstellung zeigt Europa nicht abstrakt, sondern über echte Menschen und ihre Geschichten.

(GM/ Juz Biebrich)

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