von ADRIAN ABEDIAN und KATARINA PASKA
Mit dem Programm „Wiesbaden International“ bietet die Abteilung Jugendarbeit des Amtes für Soziale Arbeit der Landeshauptstadt Wiesbaden Jugendlichen die Möglichkeit, über Internationale Jugendbegegnungen andere Städte und Länder kennenzulernen und so neue, prägende und nachhaltige Erfahrungen zu machen.
Wiesbaden International: Jugendliche mit der Welt verbinden
Wiesbaden International ist ein stadtweites Forum, das Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft die Möglichkeit geben soll, internationale Erfahrungen zu sammeln. Ziel ist es, junge Menschen auf das Leben in einer globalisierten Welt vorzubereiten und ihnen Begegnungen mit anderen Kulturen zu ermöglichen. Grundlage der Zusammenarbeit sind demokratische Werte wie Partizipation, Engagement, Chancengleichheit und eine enge Kooperation verschiedener Berufsgruppen sowie ehrenamtlicher Akteurinnen und Akteure. Die beteiligten Institutionen arbeiten auf Basis gegenseitiger Wertschätzung, Vertrauen und im Einklang mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Ein wichtiger Bestandteil dieses Engagements ist die internationale Jugendarbeit. Sie ist in Deutschland gesetzlich im Sozialgesetzbuch VIII verankert und gehört zur Kinder- und Jugendhilfe. Ihre Angeboteorientieren sich an den Interessen und Bedürfnissen junger Menschen und werden von pädagogischen Fachkräften vorbereitet und begleitet. Internationale Jugendarbeit findet freiwillig und überwiegend in der Freizeit statt, meist außerhalb von Schule oder Ausbildung.
Die Formate sind vielfältig: Jugendbegegnungen, Work-Camps, Freiwilligendienste oder Auslandspraktika ermöglichen es Jugendlichen und jungen Erwachsenen, entweder allein oder in Gruppen an Programmen teilzunehmen. Diese können von einer Woche bis zu einem Jahr dauern. Während dieser Zeit erwerben die Teilnehmenden wichtige Kompetenzen, entwickeln ihre Persönlichkeit weiter und stärken ihr Selbstbewusstsein. Gleichzeitig lernen sie, Verantwortung zu übernehmen, sich für andere zu engagieren und sich aktiv an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen.
Thematische Schwerpunkte entstehen häufig aus den Interessen der Jugendlichen selbst. Dazu zählen unter anderem Nachhaltigkeit und Umwelt, Demokratielernen, Kunst und Kultur – etwa Theater, Literatur oder Musik – sowie Sport. Ergänzt werden die Begegnungen durch Fachaustausche im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, die die internationale Zusammenarbeit von Stadtverwaltungen, Vereinen und Verbänden stärken. Gerade in einem zusammenwachsenden Europa und in einer globalisierten Welt kommt dieser internationalen Öffnung eine große Bedeutung zu.
Das Forum Wiesbaden International setzt sich dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen der Stadt gleichberechtigt an solchen Erfahrungen teilhaben können. Pädagogische Einrichtungen, Politik und
lokale Wirtschaftsunternehmen arbeiten dafür eng und stadtweit vernetzt zusammen. Die internationalen Austauschprogramme, die gemeinsam mit Partnern im Ausland organisiert werden, basieren auf einer weltoffenen und demokratischen Haltung und werden partizipativ gestaltet, also gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt.
Internationale Begegnungen verändern Perspektiven: Der direkte Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern hilft, Vorurteile und Stereotype zu hinterfragen und ein offeneres Weltbild zu entwickeln. Reisen und Austauschprogramme wecken Neugier, lassen junge Menschen neue Ideen und Sichtweisen entdecken und vermitteln ein besseres Verständnis für Geschichte, Kultur und gesellschaftliche Zusammenhänge. So trägt Wiesbaden International dazu bei, Jugendliche mit der Welt zu verbinden und gleichzeitig ein Klima der Weltoffenheit in der Stadt zu stärken.
Die Wiesbadener Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit verfügen inzwischen fast alle über Partnerinstitutionen im Ausland – so auch das Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentrum Gräselberg. Mit Unterstützung von der Fachstelle „Wiesbaden International“ konnte so ein Partner in Slowenien gefunden werden: die Organisation „Young Dragons“ in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Seit 2023 bestand der Wunsch, die „Young Dragons“ als festen Kooperationspartner zu haben, um gemeinsam neue Orte zu entdecken, kreative Projekte mit verschiedensten Jugendgruppen umzusetzen und Traditionen der Zusammenarbeit aufzubauen. Slowenien ist bislang ein Land, das bei vielen Menschen nicht unbedingt ganz oben auf der Liste der Wunschreiseziele steht – dabei hat es sowohl kulturell als auch landschaftlich außerordentlich viel zu bieten. Umso passender ist es, dass Ljubljana bereits seit 1977 Partnerstadt von Wiesbaden ist.
Der Austausch: Perspektive Wiesbaden
2023 – Entdeckungsreise durch Slowenien
Im Jahr 2023 wurde eine pädagogisch begleitete Jugendreise nach Slowenien mit 15 Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren durchgeführt, eine Begegnung fand noch nicht statt. Hierbei stand vor allem das gemeinsame Erkunden von Slowenien im Mittelpunkt der Begegnung. Die Jugendlichen besuchten zahlreiche bekannte Sehenswürdigkeiten und lernten dabei Land, Menschen und Kultur auf intensive Weise kennen. Gleichzeitig kam es in diesem Jahr zum ersten direkten Kontakt mit der slowenischen Jugendorganisation „Young Dragons“. Für alle teilnehmenden Jugendlichen, aber auch für die meisten Erwachsenen, war es der erste Aufenthalt in Slowenien – entsprechend groß waren Vorfreude und Spannung auf beiden Seiten.
Mehrere Tage verbrachte die Gruppe in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Dort erkundeten die Jugendlichen die historische Altstadt mit ihren engen Gassen und der beeindruckenden Architektur. Ein besonderes Highlight war der Besuch der Burg von Ljubljana, von der aus sich ein beeindruckender Blick über die gesamte Stadt bietet.Außerdem besuchten sie das Haus der Illusionen Ljubljana, in dem sie auf spielerische Weise physikalische Phänomene entdecken und ausprobieren konnten. Auch das lebendige Stadtzentrum mit seinen Cafés, Brücken und seiner bewegten Geschichte wurde gemeinsam erkundet.
Die Jugendgruppe besuchte außerdem die Küstenstadt Piran. Dort spazierten sie gemeinsam durch die Altstadt und genossen die Zeit am Meer. Viele nutzten die Gelegenheit, um am Wasser zu entspannen und Fotos zu machen. Ein weiterer Höhepunkt war der Ausflug zum Bleder See. Die idyllische Landschaft mit der kleinen Insel in der Mitte des Sees beeindruckte alle Teilnehmenden sehr. Die Natur Sloweniens bot zahlreiche Momente zum Staunen und stärkte das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe. Das gemeinsame Erkunden der Landschaft schaffte für die Jugendlichen unvergessliche Momente, an die sie sich gerne erinnern.
Ein weiteres Highlight war der Besuch der Predjama Castle, das spektakulär in eine steile Felswand gebaut wurde. Die Jugendlichen erfuhren dort viel über die Geschichte des Schlosses und darüber, dass es aufgrund seiner außergewöhnlichen Lage immer wieder als Drehort für Filme und Social- Media-Produktionen genutzt wird. Im Anschluss besuchte die Gruppe die berühmte Tropfsteinhöhle Postojna Cave. Während einer Führung durch das weitläufige Höhlensystem bestaunten die Teilnehmenden beeindruckende Stalaktiten und Stalagmiten und erlebten die besondere Atmosphäre tief unter der Erde.
2024 – Erste Freundschaften entstehen
Im Jahr 2024 fand dann die erste Begegnung beider Jugendgruppen mit jeweils elf aus Slowenien und 13 Jugendlichen aus Deutschland in Slowenien statt. Hier konnten sich die Teilnehmenden das erste Mal vor Ort kennenlernen und gemeinsam tolle Erfahrungen sowie Erlebnisse in Slowenien sammeln. Zum Start der Begegnung wurden im Jugendzentrum verschiedene Kennenlernspiele und -aktionen durchgeführt. Diese halfen den Teilnehmenden dabei, schnell Anschluss zu finden und sich in der Gruppe wohlzufühlen. Erste multinationale Kontakte entstanden, die ersten Gespräche in einer anderen Sprache (Englisch) wurden geführt, Freundschaften wurden geknüpft!
Zwei Tage verbrachte die Gruppe am slowenischen Bohinj-See. Die Jugendlichen nutzten die Zeit, um gemeinsam beispielsweise Volleyball und abends das Spiel „Werwolf“ zu spielen, das schnell zu einem festen Bestandteil der Treffen wurde. Ein Spiel, wo besonders das Miteinander, der Teamgeist sowie die gute Kommunikation den Schlüssel zum Sieg bilden. Neben den Spielen entstanden viele intensive Gespräche und neue Freundschaften. Die ruhige Atmosphäre am See trug dazu bei, dass sich alle besser kennenlernen konnten und einfach den Moment genießen durften.
Abenteuer, Natur und neue Traditionen
Ein besonderes Abenteuer war eine gemeinsame Zipline-Tour durch den Wald. Viele Jugendliche überwanden dabei ihre Ängste und waren am Ende sehr stolz auf sich. Nach diesem aufregenden Erlebnis ließ die Gruppe den Tag beim Pizza-Essen ausklingen.Die Jugendgruppe besuchte zudem eine kleine Insel, die sie mit Paddelbooten erreichten. Dort probierten sie traditionelles Brot mit Käse und verschiedenen Aufstrichen.
In diesem Jahr startete das Team mit einer Idee, die in den Begegnungen darauf weitergeführt wurde: jede/r Jugendliche erhielt ein Notizbuch, in das sich alle Teilnehmenden persönliche Nachrichten und Erinnerungen hineinschreiben konnten. Diese Notizbücher wurden zu wertvollen Erinnerungsstücken für alle und wurden im Jahr darauf mit neuen Einträgen und Erinnerungen weitergeführt und ergänzt.
2025 – Erstes Treffen in Deutschland
Im Jahr 2025 fand die Jugendbegegnung erstmals in Deutschland statt. Die Freude über das Wiedersehen war bei allen Jugendlichen groß, da sich in den vergangenen Jahren bereits engere Freundschaften entwickelt hatten. Diese wurden von den Jugendlichen nach der reellen Begegnung virtuell und über alle Social-Media-Kanäle aufrecht gehalten.
Zu Beginn der Woche zeigten die Gräselberger Jugendlichen ihren Gästen die verschiedenen Jugendzentren in Wiesbaden und erklärten, wie die Arbeit vor Ort organisiert ist. Außerdem besuchten sie gemeinsam den Hessischen Landtag, ebenfalls in Wiesbaden. Dort erhielten alle Einblicke in die politische Arbeit auf Landesebene. Besonders interessant war der Austausch mit Abgeordneten des Landtags, bei dem die Jugendlichen in einer kurzen Diskussionsrunde viele spannende Impulse einbringen konnten, die neue Perspektiven eröffneten und zum Nachdenken anregten. Im Anschluss erkundeten sie gemeinsam die Stadt Wiesbaden. So konnten die slowenischen Jugendlichen auch die Orte kennenlernen, wo sich die Wiesbadener Jugendlichen gerne aufhalten.
Ein kreatives Highlight der Woche war die Produktion eines eigenen kleinen Musiktracks. Die Gruppe arbeitete gemeinsam an Texten, Rhythmen sowie Aufnahme und konnten am Ende stolz ihr eigenes musikalisches Projekt produzieren. Mit Hilfe von professionellem Equipment entstand nicht nur ein Song, sondern ein internationales Musik-Projekt, das mit den gemeinsamen Erlebnissen gestaltet wurde.
Darüber hinaus nahmen alle an einem Graffiti-Workshop in Frankfurt am Main teil. Dort lernten die Jugendlichen verschiedene Techniken kennen und gestalteten eigene Motive sowie auch ein gemeinsames Großmotiv, welches an einer Wand verewigt werden durfte. Ziel war nicht ausschließlich das gemeinsame Bild, sondern eine Form von Selbstausdruck und Jugendkultur. Anschließend erkundeten sie bei einer kleinen Citytour die Frankfurter Innenstadt.
Die sechstägige Begegnung endete nach einer sehr emotionalen Abschlussrunde mit einem gemeinsamen Essen. Dabei wurde viel geredet, gelacht, aber es flossen auch einige Tränen, da der Abschied nach der sehr intensiven Zeit miteinander schwerfiel.
In den Sommerferien 2026 macht sich erneut eine Gruppe Wiesbadener Jugendlicher wieder auf den Weg ins wunderbare Slowenien.
Der Austausch: Perspektive Ljubljana
Unsere Austauschgeschichte mit Wiesbaden
Jede gute Austauschgeschichte beginnt klein. Unsere begann mit einer einfachen Nachricht, als Wiesbaden, eine Partnerstadt von Ljubljana, sich mit einer Idee an Mladi zmaji (Junge Drachen) wandte. Zu diesem Zeitpunkt suchten sie Unterstützung für eine Gruppe junger Menschen, die eine Sommerwoche in Ljubljana verbringen wollte. Sie fragten, ob jemand vor Ort helfen könnte, Aktivitäten zu organisieren und die Gruppe während ihres Aufenthalts zu begleiten. So begann unsere Zusammenarbeit.
Im ersten Jahr war es nur eine Gruppe von Jugendlichen aus Deutschland, die Slowenien besuchte. Wir erkundeten die Hauptstadt sowie viele andere schöne Städte und die Natur im ganzen Land. Was als ein einzelnes Projekt begann, entwickelte sich langsam zu einer längeren Zusammenarbeit.
Über die Jahre hinweg fühlte sich die gemeinsame Arbeit ganz natürlich an – basierend auf Vertrauen, klarer Kommunikation und einem gemeinsamen Verständnis von Jugendarbeit. Es gab immer Raum für Flexibilität, Kreativität und ehrliche Gespräche, wenn Herausforderungen auftauchten. Es fühlte sich nie wie „nur ein weiteres Projekt“ an, sondern eher wie etwas, das wir Schritt für Schritt gemeinsam aufbauten.
Im darauffolgenden Jahr kam wieder eine Gruppe junger Menschen aus Deutschland nach Ljubljana, doch diesmal schloss sich ihnen auch eine Gruppe slowenischer Jugendlicher an. Wir wollten den Austausch vom letzten Jahr weiterentwickeln, daher war die Erfahrung diesmal etwas anders. Das Hauptthema war Urban Camping, und wir versuchten, die Wünsche aller zu berücksichtigen und ein Programm zu gestalten, das gleichzeitig sehr aktiv und erfrischend war. Dadurch besuchten wir neue
Städte und Jugendzentren, in denen wir teilweise auch übernachteten. Wir machten Adrenalin-Aktivitäten und vieles mehr. Wir gingen im See schwimmen, wanderten, erkundeten die Umgebung und verbrachten viel Zeit in der Natur. Wir spielten viele Karten- und Brettspiele, Volleyball und hatten abends Zeit, einfach zusammen abzuhängen.
Am Ende des Austauschs konnten wir wirklich sehen, welche Wirkung er auf die jungen Menschen hatte. Es war viel mehr als nur eine Reise, besonders wegen der Freundschaften, die entstanden, und weil viele auch nach dem Sommer in Kontakt geblieben sind. Die Begegnung mit deutschen Jugendlichen eröffnete Raum für Lernen durch alltägliche Momente: Kommunikation in einer anderen Sprache, kulturelle Unterschiede, Teamarbeit, Selbstständigkeit und Problemlösungsfähigkeiten.
Im nächsten Jahr waren wir an der Reihe, Deutschland zu besuchen, und die Eindrücke waren genauso stark. Wiesbaden bot eine Mischung aus Stadtleben, grünen Räumen und einer gut organisierten Umgebung der Jugendarbeit. Wir waren beeindruckt von der Struktur, den Unterstützungsangeboten für junge Menschen und der Offenheit der Gastgeber. Auch der Ort, an dem wir untergebracht waren, bot viele Möglichkeiten und vermittelte eine starke Gemeinschaftsatmosphäre – für eine Woche fühlte es sich wie ein Zuhause an. Diesmal waren beide Gruppen etwas anders zusammengesetzt, mit neuen jungen Menschen, die noch nicht wussten, was sie in dieser kurzen Zeit erleben würden.
Von den Menschen dort erlebten wir Gastfreundschaft, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, miteinander in Kontakt zu treten. Deutschland war nicht mehr nur ein Ort auf der Landkarte, sondern wurde mit
Gesichtern, Geschichten und gemeinsamen Erlebnissen verbunden. Die Jugendlichen erlebten neue Umgebungen, unterschiedliche Jugendräume und neue Wege, Freizeit und Gruppenaktivitäten zu gestalten. Viele gewannen Selbstvertrauen, wurden offener und lernten, sich in unbekannten Situationen zurechtzufinden – Fähigkeiten, die ihnen lange nach dem Austausch erhalten bleiben.
Durch die sichere und unterstützende Umgebung waren die Jugendlichen sehr aktiv und entwickelten innovative Ideen, wie sie ihre Zeit dort verbringen wollten. Neben Besuchen im Jugendzentrum, Workshops und einem Besuch im Rathaus nutzten sie ihre freie Zeit auf kreative Weise: mit Musikproduktion, Häkeln, Kochen, Sport sowie Karten- und Brettspielen. Wieder entstanden Freundschaften vom ersten Tag an – und diesmal fiel der Abschied noch schwerer.
Das Schönste, nachdem man den Austausch monatelang im Voraus geplant, Zoom-Meetings abgehalten und den Zeitplan koordiniert hat, ist, zu sehen, dass die Jugendlichen Spaß haben, neue Freundschaften schließen und es kaum erwarten können, es im nächsten Jahr wieder zu tun. Was als etwas Formelles begann, wurde so viel mehr. Rückblickend ging es bei diesem Austausch nie nur um Logistik, Aktivitäten oder Zeitpläne. Es ging um Beziehungen, Wachstum und Lernen – für junge Menschen genauso wie für Jugendbetreuerinnen und Jugendbetreuer. Genau das ist die Schönheit der Jugendarbeit.
Von einer einzigen Nachricht bis zu jahrelanger Zusammenarbeit zeigt der Wiesbaden–Ljubljana-Austausch, wie bedeutungsvoll internationale Jugendarbeit sein kann, wenn sie auf Vertrauen, Offenheit und gemeinsamer Begeisterung aufgebaut ist. Trotz einiger turbulenter Erlebnisse, stressiger Situationen und wenig Schlaf war alles die Mühe wert – wegen der Erfahrung selbst und wegen der Wirkung auf die jungen Menschen. In kurzer Zeit wuchsen sie sehr eng zusammen, und die damals entstandenen Freundschaften bestehen bis heute.
Für uns als Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter bedeutet das am meisten und macht am Ende alles wirklich lohnenswert. Wir haben auch viele neue Menschen kennengelernt, und diese Austausche und Kooperationen haben uns nur stärker gemacht – wir wurden nicht nur Partner, sondern auch Freunde. Unser erster Eindruck vom Wiesbadener Team war sehr positiv:
motiviert, unterstützend und wirklich interessiert am Wohl der jungen Menschen. Es fühlte sich an, als würden wir Kolleginnen und Kollegen treffen, die die gleichen Werte teilen, auch wenn sie aus einem anderen Land kommen.
So etwas heute zu finden, ist nicht selbstverständlich: jemanden, der zugleich Verbündeter, Kooperationspartner und Freund ist. Die Atmosphäre war immer angenehm – die Menschen waren freundlich, gut organisiert und hatten die gleichen Ziele und Herangehensweisen in der Arbeit mit jungen Menschen. Es ging vor allem darum, Informationen auszutauschen, Erwartungen abzustimmen und zu schauen, wo Unterstützung gebraucht wird. Die Atmosphäre war offen, herzlich und entspannt – keine Unsicherheit, sondern einfach Neugier und Begeisterung auf beiden Seiten. Dadurch war es viel einfacher, in allen Situationen zusammenzuarbeiten, auch in unerwarteten.
Und ganz ehrlich? Wir können es kaum erwarten zu sehen, wohin uns das nächste Kapitel führt – beginnend dieses Jahr wieder in Slowenien.
Adrian Abedian ist im Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentrum Gräselberg als Sozialpädagoge/Sozialarbeiter tätig. Sofern kein festes Programm oder Event ansteht, ist er im „offenen Bereich“ tätig. Sein weiterer Schwerpunkt ist Jungenarbeit.
Katarina Paska ist ebenfalls Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin im Jugendzentrum der „Young Dragons“ in Ljubljana. Sie agiert zusätzlich als Koordinatorin der mobilen und aufsuchenden Jugendarbeit.
Zur Fachzeitschrift Offene Jugendarbeit: https://www.offene-jugendarbeit.net/index.php/fachzeitschrift