Bereits in den Osterferien 2026 fand in Wiesbaden der erste Teil der deutsch-baskischen Jugendbegegnung in Kooperation mit WiesPaten International, Youth Culture Travel e. V. und der baskischen Partnerorganisation Urretxuko Udala statt. Im Mittelpunkt standen Kunst und Kreativität sowie das gegenseitige Kennenlernen.
Gemeinsam mit Jugendlichen aus Urretxu im Baskenland erlebten die Teilnehmenden aus Wiesbaden eine intensive und kreative Woche voller neuer Erfahrungen, schöner Momente und gegenseitigen Kennenlernens. Im Mittelpunkt standen Kunst und Kreativität sowie der Austausch zwischen den Jugendlichen aus beiden Ländern.
Nach der ersten Begegnung in Wiesbaden folgte in den Sommerferien die Rückbegegnung im baskischen Urretxu. Bereits die Ankunft mit herzlichem Empfang und gemeinsamem Abendessen setzte den Auftakt für eine intensive Woche voller Highlights: offizielle Begrüßung im Rathaus, Stadt- und Kulturentdeckungen, ein Batucada-Workshop, der Besuch einer traditionellen Käserei, Zirkus- und Theaterangebote, Ausflüge zur Igartubeiti-Farm und nach Donostia ins Kulturzentrum Tabakalera, gemeinsames Kochen und eine große Abschlussparty.
Am Ende standen viele schöne Erinnerungen, neue Erfahrungen und grenzüberschreitende Freundschaften. Ein besonderer Dank gilt den Partnern in Urretxu!Unterstützt wurde die internationale Jugendbegegnung durch Erasmus+.


Die folgenden Eindrücke stammen von einem jugendlichen Teilnehmer der internationalen Jugendbegegnung in Wiesbaden.
Unsere Austausch-Woche in Wiesbaden
von Aria Sediqi (gekürzt)
In den Osterferien 2026 habe ich an einem Austausch in Wiesbaden teilgenommen. Es war kein normaler Schüleraustausch, sondern eine Begegnung zwischen Jugendlichen aus Deutschland und dem Baskenland. Insgesamt kamen 15 spanische Jugendliche nach Wiesbaden. Am Anfang wusste ich nicht genau, was mich erwartet. Neue Leute, eine andere Sprache, viele Programmpunkte und eine ganze Woche zusammen. Ich bin eher jemand, der erst einmal beobachtet und ruhig bleibt. Aber wenn ich mich wohlfühle, bin ich richtig dabei. Ich fand es gut, dass die spanischen Jugendlichen auf unsere Gruppen verteilt waren. So konnte man sich besser kennenlernen. Am Anfang war es noch etwas schwierig, miteinander zu reden, aber mit jedem Tag wurde es besser. Aus Fremden wurde langsam eine Gruppe – mit Graffiti, E-Scootern, Volleyball, Kunst, Grillen, Lachen und vielen Momenten, die man nicht vergisst.
Montag – Ankommen und Kennenlernen
Am Montag kamen wir in der Jugendherberge an und warteten auf die spanischen Jugendlichen. Eigentlich sollten sie mit dem Zug kommen, aber ihr Zug ist ausgefallen. Deshalb mussten sie mit dem Bus nach Wiesbaden fahren. Als sie endlich ankamen, änderte sich die Stimmung sofort. Wir hatten ein Kennenlernprogramm, besprachen die Regeln und bekamen unser Wochenprogramm vorgestellt. Danach aßen wir gemeinsam zu Abend und tauschten uns in unseren Kerngruppen über den Tag aus.Ich war am Anfang eher ruhig. Die spanischen Jugendlichen waren dagegen schnell offen und gesprächig. Am Abend hatten wir Spiele und Quizze. Das war ein guter Anfang.
Dienstag – Graffiti und PowerPoint-Karaoke
Am Dienstag hatten wir einen Graffiti-Workshop in Mainz-Kastel. Zuerst machten wir Skizzen, danach ging es an die Wand. Meine Skizze war Patrick aus „SpongeBob“. Am Ende sah er besser aus, als ich erwartet hatte. Auch die anderen gestalteten viele kreative Motive. Dann setzte ich mich versehentlich auf frisch angesprühte Farbe und hatte danach eine weiße Hose. Alle mussten lachen – ich auch.
Am Abend gab es PowerPoint-Karaoke. Dabei bekommt man ein zufälliges Thema und muss spontan präsentieren. Für mich war das eine gute Herausforderung gegen die eigene Unsicherheit. Manche improvisierten einfach, andere redeten, als wären sie Professoren. Genau das machte es so lustig.
Mittwoch – Museum, Ton und eine besondere Challenge
Am Mittwoch besuchten wir ein Museum in Wiesbaden und arbeiteten anschließend mit Ton. Später gingen wir in die Innenstadt.Danach kam eine Challenge: Jede Gruppe bekam einen Stift und musste ihn gegen etwas Besseres eintauschen. Für mich war es zunächst nicht leicht, fremde Leute anzusprechen. Aber genau deshalb war es eine gute Gelegenheit, aus meiner Komfortzone herauszukommen. Aus einem normalen Stift wurden am Ende Silberohrringe – und unser Team gewann. Wir waren richtig glücklich.
Donnerstag – Frankfurt, Kunst und neue Gemeinsamkeiten
Am Donnerstag fuhren wir nach Frankfurt. In einem Museum beschäftigten wir uns mit Teppichen und Kunst. Anschließend arbeiteten wir mit Wolle. Unsere Gruppe entschied sich für den Satz „No is No“. Jeder gestaltete einen Buchstaben. Ich machte das „N“. Die Botschaft war klar: Grenzen müssen respektiert werden. Danach hatten wir Freizeit und erkundeten Frankfurt. Später fuhren wir mit E-Scootern durch die Stadt.
Mit einem spanischen Jugendlichen habe ich mich besonders gut verstanden. Er macht MMA, ich ringe. Wir sprachen über Training und darüber, ob wir vielleicht einmal die Sportart des anderen ausprobieren würden. Dabei wurde mir klar: Man muss nicht perfekt dieselbe Sprache sprechen, um sich zu verstehen. Manchmal reicht ein gemeinsames Interesse.
Freitag und Samstag – Ich war nicht dabei
Am Freitag und Samstag war ich leider nicht dabei, weil ich auf einer Hochzeit war. Deshalb kann ich über diese Tage nicht viel erzählen. Aber ich habe später gesehen und gehört, dass alle sehr viel Spaß hatten. Ich glaube, ich habe leider ein paar gute Momente verpasst.
Sonntag – Das letzte gemeinsame Fest
Am Sonntag hatten wir ein Grillfest. Wir spielten Tischtennis, Basketball und Volleyball, aßen gemeinsam und lachten viel.
Beim Volleyball schoss ich den Ball aus Versehen so stark weg, dass er auf einem Dach landete. Alle mussten lachen. Genau solche ungeplanten Momente machen eine Reise besonders. Später wurde der Abschied traurig. Einige der spanischen Jugendlichen weinten. Da hat man gemerkt, dass diese Woche nicht nur irgendein Programm war. Aus Fremden war eine Gruppe geworden.
Fazit
Diese Woche war für mich eine richtig besondere Erfahrung. Am Anfang war ich ruhig und wusste nicht genau, wie alles wird. Aber mit der Zeit wurde es immer leichter, mit den anderen zu reden und Teil der Gruppe zu werden. Für mich war die Woche eine Mischung aus Freundschaft, Kunst, Humor, Mut und vielen Erinnerungen. Ich habe gemerkt: Man muss nicht immer sofort laut sein. Man kann auch ruhig anfangen und trotzdem am Ende Teil der Gruppe werden. Ich würde so etwas auf jeden Fall noch einmal machen. Es war spannend, lustig und einfach eine starke Erfahrung.
Ein großes Dankeschön geht an die Patinnen und Paten von WiesPaten und an alle, die diese Woche organisiert haben. Ohne euch hätte es diese besondere Begegnung nicht gegeben.
Diese Reise war nicht nur ein Austausch. Sie war eine besondere Erfahrung – und ich werde sie nicht so schnell vergessen.





